CNN-Starreporterin Amanpour kritisiert Regierungen weltweit: "Alle versuchen, die Nachrichten zu kontrollieren"
Die CNN-Kriegsreporterin Christiane Amanpour sieht in neuen Medien wie Blogs und Twitter keine Konkurrenz für den klassischen Journalismus: "Für mich sind all diese Bürgerjournalisten, also all die Blogger und Social-Network-Nutzer, nichts anderes als die Augenzeugen, auf die Journalisten sich schon immer verlassen haben. Aber sie können nicht die einzige Quelle für die Welt sein", sagte Amanpour im Gespräch mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Professionelle Journalisten mit einem Verhaltenskodex und Berufsethos seien deswegen erst recht gefordert, sonst "geht es doch nur noch darum, wer am lautesten schreien kann!" Amanpour, die seit dieser Woche eine eigene Abendsendung auf dem US-Nachrichtenkanal moderiert, beklagte, "dass Nachrichten bei manchen Sendern nur zu einem weiteren Teil des Unterhaltungsprogramms geworden" seien. Der Zynismus, mit dem Nachrichten und Berichterstattung bei den Zuschauern oft gesehen werde, schmerze sie: "Wir riskieren unser Leben, wir glauben an eine Aufgabe, die wir zu erfüllen haben. Das ist doch kein Videospiel." Das Bestreben von Regierungen und Staaten, Journalisten an der Wahrheitsfindung zu hindern, werde immer größer: "Der eigentliche Punkt ist aber, dass es immer hieß, nur die Bösen würden Propaganda nutzen und versuchen, jeder Nachricht ihren eigenen Dreh zu verpassen. Aber heute macht das jeder. Alle Regierungen versuchen, die Nachricht zu kontrollieren egal ob in den USA, in Europa oder anderswo."