Einzelhändler Kik schnüffelte 49.000-mal hinter seinen Mitarbeitern her - DER SPIEGEL
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Einzelhändler Kik schnüffelte 49.000-mal hinter seinen Mitarbeitern her

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Der Textildiscounter Kik hat in den vergangenen eineinhalb Jahren flächendeckend hinter seinen Mitarbeitern hergeschnüffelt und über die Auskunftei Creditreform rund 49000 Bonitätsauskünfte über sie eingeholt. Das geht aus Unterlagen hervor, die dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL vorliegen. In einem internen Schreiben heißt es, mit dem Datenabgleich könne Kik "jeden aktiven Mitarbeiter abfragen und somit auch bei langjährigen Mitarbeitern evt. negative Merkmale herausfinden". Betroffen waren auch Bewerber, die vor ihrer Einstellung durchleuchtet wurden. Die Praxis des Discounters war im Mai bekannt geworden, das Ausmaß hatte Kik jedoch heruntergespielt: Man erhebe keine regelmäßigen Abfragen, hieß es – und wenn, nur bei einem berechtigten Interesse. Ob das bei Kik überhaupt vorliegt, bezweifelte die Datenschutzbeauftragte von Nordrhein-Westfalen – und erstattete Anzeige. Seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft. Probleme macht Kik zudem die Qualität der Produkte. Erst im August etwa landeten Damen-Jeans wegen chemischer Belastung auf der Rapex-Liste, einer Art Schnellwarnsystem der EU. Eine Woche zuvor ging es um benzolbelastete Filzstifte, die Kik im Angebot hatte. Auch die Einhaltung der eigenen Sozialstandards scheint Kik schwerzufallen. "Nur wenige Lieferanten erfüllen den vergleichsweise laschen Kodex", sagt Gisela Burckhardt von der Kampagne für saubere Kleidung. Selbst Kik räumt ein, dass nicht einmal 25 Prozent der Lieferanten die nötige Kodex-Qualifizierung abgeschlossen haben.