Umweltbundesamt sieht keine "Stromlücke"
Das Umweltbundesamt (UBA) fordert von der nächsten Bundesregierung, den Bau zusätzlicher Kohlekraftwerke zu verhindern und am Atomausstieg festzuhalten. Befürchtungen, dass durch das Ende der Atomkraftnutzung und einen Ausbaustopp bei Kohlekraftwerken bis 2020 eine Stromlücke entstehen könnte, seien ein "Phantom", heißt es in einer neuen Studie des UBA zur künftigen Energiepolitik. Entsprechende Warnungen der Deutschen Energie-Agentur und der Energiewirtschaft werden in dem Dossier als irreführend bewertet. Ein intelligenteres Strommanagement könne den Bedarf an konventionellen Grundlastkraftwerken stark senken. Selbst Stromimporte und längere Laufzeiten für bestehende Kohlekraftwerke sind laut UBA klimapolitisch günstiger als Neuanlagen. Neue Kohlekraftwerke hätten zwar geringere CO2-Emissionen pro Kilowattstunde als alte, ihr Ausstoß sei aber immer noch zu hoch, um bis zur Mitte des Jahrhunderts den nationalen CO2-Ausstoß um 80 bis 95 Prozent zu senken, heißt es in der Studie. Neue fossile Kraftwerke sollten mit Gas befeuert werden und eine Nutzung ihrer Abwärme erlauben. Negativ bewerten die Bundesumweltschützer die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid. Diese sei "bei näherer Betrachtung nicht nachhaltig". Wenn überhaupt, sollten CO2-Speicher nicht für Kohlekraftwerke genutzt werden, sondern für Emissionen aus Stahl- und Zementwerken, da diese technisch kaum reduziert werden können.