Westerwelle fühlt sich von Merkel überrumpelt FDP pocht auf "Signal des Aufbruchs"
FDP-Chef Guido Westerwelle fühlt sich von seiner künftigen Koalitionspartnerin, Bundeskanzlerin Angela Merkel, überrumpelt. Westerwelle sagte am vergangenen Donnerstag im Präsidium seiner Partei, er habe am Montag ein aus seiner Sicht sehr gutes und vertrauensvolles Gespräch mit Merkel geführt. Da habe diese allerdings nichts davon gesagt, dass sie am Abend in einer Sondersendung zur Wahl erklären wolle, was alles nicht gehe in der neuen Koalition. Merkel hatte am Tag nach der Bundestagswahl unter anderem erklärt, Änderungen beim Kündigungsschutz, beim Mindestlohn oder beim Gesundheitsfonds seien mit ihr nicht zu machen. Die stellvertretende FDP-Chefin Cornelia Pieper sagte im Präsidium, es könne nicht sein, dass Merkel schon Pflöcke einramme. Auch die designierte Justizmisterin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gab zu Bedenken, die Liberalen müssten aufpassen, dass von der Koalitionsvereinbarung ein Signal des Aufbruchs ausgehe.