Rewe steht in Russland vor unternehmerischem Scherbenhaufen - DER SPIEGEL
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Rewe steht in Russland vor unternehmerischem Scherbenhaufen

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Der Kölner Handelskonzern Rewe liegt im juristischen Clinch mit seinem früheren russischen Geschäftspartner Georgij Trefilow. Die Genossen werfen dem Großaktionär der in Wien ansässigen Marta-Gruppe vor, Verträge gefälscht zu haben. Österreichische Behörden ermitteln auf Anzeige der Rewe hin gegen Trefilow. Der Unternehmer wiederum hatte behauptet, Rewe-Manager hätten Rückzahlungen, sogenannte Kickbacks von ihm verlangt. Trefilow hatte im Sommer 2004 gemeinsam mit dem damaligen Rewe-Chef Ernst Dieter Berninghaus unter den Augen des seinerzeitigen Bundeskanzlers Gerhard Schröder und Russlands Präsident Putin ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, mit dem die Rewe den dortigen Markt aufrollen wollte. Im Frühjahr 2008 erschien Trefilow dann plötzlich in der Zentrale von Rewe International bei Wien. Er legte einen Vertrag vor, laut dem sich der Einzelhandelskonzern angeblich verpflichtet hatte, 170 von Trefilow aufgekauften Supermärkte zu übernehmen – für den Preis von einer halben Milliarde Euro. Auf dem Papier fanden sich tatsächlich die vermeintlichen Unterschriften von drei Rewe-Managern. Die wollten von dem Kontrakt nie etwas gehört haben. Man habe mit Trefilow zwar über den Kauf der Läden verhandelt, allerdings ohne Ergebnis. Rewe reichte daraufhin beim Bezirksgericht Baden "Strafanzeige gegen unbekannt" ein wegen des Verdachts der Urkundenfälschung. Die drei Manager, so heißt es in einem Schriftsatz der Anwälte hätten diese Verträge "niemals" unterschrieben. "Die Unterschriften sind gefälscht." Trefilow dessen Firmenimperium offenbar schön länger in Schieflage war und dessen Marta-Gruppe in diesem Jahr Insolvenz musste, sieht sich dagegen als Opfer einer Intrige.