Hamas-Führer Sahar lobt BND-Vermittler im Fall Schalit
Die Chancen auf eine baldige Freilassung des von der palästinensischen Hamas entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit haben sich erheblich verbessert. "Wir Palästinenser wollen die Verhandlungen so schnell wie möglich zu Ende bringen", sagte der Führer der Hamas im Gaza-Streifen, Mahmud al-Sahar, im Interview mit dem SPIEGEL: "Das ist eine Sache von Wochen, höchstens von ein paar Monaten." Sahar lobte den vom Bundesnachrichtendienst entsandten Agenten, der zwischen Israel und der Hamas vermittelt. "Seit er dabei ist, laufen die Verhandlungen sehr professionell." Ende der Woche hatte die Hamas als Lebenszeichen des entführten Soldaten ein Video übergeben, im Gegenzug ließ Israel 20 palästinensische Gefangene frei. "Dieser erste Deal ist der Beweis, dass die deutsche Vermittlung zum Erfolg führen kann", so Sahar. Der Hamas-Führer sagte, seine Organisation sei kompromissbereit. Auch über die ursprüngliche Forderung an Israel, 450 palästinensische Gefangene freizulassen, könne man sprechen. "In solch schwierigen Verhandlungen kann keine Seite der anderen ihre Bedingungen diktieren, weder Israel noch die Hamas", sagte Sahar.