Bahn-Chef Grube wehrt sich gegen Zerschlagungspläne der Liberalen
Zwischen Bahn-Chef Rüdiger Grube und einer neuen schwarz-gelben Regierung in Berlin dürfte es bald zum Krach kommen. Bei einer Mitarbeiterveranstaltung am Mittwoch vergangener Woche im Berliner E-Werk machte sich Grube vor gut 300 Führungskräften vehement für den Erhalt des Konzerns als Ganzes stark. Damit erteilte er Plänen der FDP eine Abfuhr, die darauf abzielen, die Bahn zu zerschlagen. Die Liberalen haben in ihrem Wahlprogramm eine schrittweise Privatisierung der Transport- und Logistiksparte des Unternehmens gefordert; dieses Ziel wollen sie nun auch in den Koalitionsverhandlungen mit der Union festschreiben. Grube dagegen will den integrierten Konzern erhalten, um auch künftig wegfallende Jobs, beispielsweise im Güterverkehr, durch neue Arbeitsplätze in anderen Bereichen ersetzen zu können. Wenn die Bahn die derzeitige Krise ohne Entlassungen überstehen wolle, sagte Grube, sei das Unternehmen auf innerbetriebliche Lösungen angewiesen. Seit Mitte der neunziger Jahre sind durch die interne Vermittlung annähernd 50 000 Arbeitsplätze gerettet worden.