Magna bangt um VW-Auftrag
Der Autozulieferer Magna muss sich auf den Verlust weiterer Aufträge einstellen. In den nächsten Tagen ist ein Gespräch zwischen VW-Einkaufsvorstand Francisco Garcia Sanz und Magna-Chef Siegfried Wolf anberaumt. Der VW-Konzern, der bislang für rund zwei Milliarden Euro Teile bei dem kanadisch-österreichischen Zulieferer bezieht, will dieses Geschäft stark reduzieren oder gar ganz einstellen. Grund: Magna wird durch den Einstieg bei Opel selbst zum Autoproduzenten und damit VW-Konkurrent. Die Wolfsburger wollen deshalb bei Magna keine Teile mehr bestellen, die Rückschlüsse auf künftige Modelle erlauben. Aus den Maßen für Armaturenbrett, Türverkleidungen, Dachhimmel und andere Teile könne man beispielsweise die Größe des nächsten Golfs errechnen. Zudem möchte der VW-Konzern, zu dem künftig auch die Marke Porsche gehört, die geplante Produktion der Porsche-Modelle Boxster und Cayman bei Magna verhindern. Den Vertrag dazu hatte der damalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking unterzeichnet. Die Fahrzeuge könnten auch beim notleidenden niedersächsischen Zulieferer Karmann oder im VWWerk im westsächsischen Mosel produziert werden. Fiat hat bereits erklärt, dass seine neue US-Beteiligung Chrysler künftig drei Modelle nicht mehr bei Magna montieren lasse.