Die Tricks der Türkei im Panzergeschäft
Bundeskanzler Gerhard Schröder ist verärgert über das türkische Taktieren beim geplanten Panzergeschäft. Die Forderung Ankaras, nach der umstrittenen Lieferung eines Testpanzers nun vorab eine Garantie für den späteren Export und den Nachbau von "Leopard-2"-Tanks zu erteilen, wird in Berlin als Zumutung empfunden. Nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL signalisierten die türkischen Militärs jetzt, sie würden womöglich dem amerikanischen Konkurrenzpanzer "Abrams" den Zuschlag geben - allerdings nur, wenn dieser mit deutschen Motoren und Getriebe und der von Rheinmetall entwickelten 120-Millimeter-Glattrohrkanone ausgestattet werde. Offenbar spekuliert Ankara, dass sich Berlin kaum gegen eine Zulieferung in die USA sperren könne. Sei die Genehmigung erteilt, vermuten Schröder-Vertraute, komme der nächste Trick: Bei so vielen deutschen Teilen im US-Panzer könnten die Deutschen doch gleich den kompletten Leo liefern. Sauer über solche "Spielchen" will Schröder nun den seit längerem diskutierten Verkauf von Leopard-2-Panzern an Griechenland vorantreiben.