Nach Waffenschmuggel auf deutschem Containerschiff fordert Israel Uno-Sanktionen
In der Affäre um die abgefangene Munitionslieferung auf dem deutschen Containerschiff "Hansa India" gerät nun auch die Bundesregierung unter Druck. Israel drängt darauf, dass sich die Deutschen an die Vereinten Nationen wenden und eine Untersuchung des Falls unterstützen. Iran solle sich vor dem Sanktionsausschuss der Uno für die Lieferung von Patronen des Kalibers 7,62 Millimeter nach Syrien verantworten, forderten israelische Diplomaten bei einem Gespräch mit dem Auswärtigen Amt Mitte vergangener Woche. Nach dem Vorstoß übermittelte Berlin einen Zwischenbericht nach New York. Die Israelis fordern zudem, die Bundesregierung solle aufklären, warum der deutsche Frachter der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg heimlich Munition transportierte. Die "Hansa India" war Anfang Oktober von einem Kriegsschiff der US-Marine im Golf von Suez gestoppt worden. An Bord hatten die US-Soldaten sieben Container mit Patronen für Maschinengewehre gefunden, die vermutlich für die Hisbollah bestimmt waren. Der entscheidende Hinweis stammte von israelischen Nachrichtendiensten. Die Hamburger Reederei hat die "Hansa India" seit Jahren an die iranische Staatsreederei verchartert. Die von der US-Marine beschlagnahmten Container werden derzeit in Malta von der maltesischen Staatsanwaltschaft untersucht.