Verdachtsanzeigen wegen Geldwäsche nehmen zu - DER SPIEGEL
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Verdachtsanzeigen wegen Geldwäsche nehmen zu

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bei der Bekämpfung von Geldwäsche zeichnet sich dieses Jahr eine Trendwende ab. Die Banken melden deutlich mehr Fälle. Während im Jahr 2008 gegenüber 2007 ein "Rückgang der Verdachtsanzeigen um circa 19 Prozent zu verzeichnen war, stieg die Zahl der Verdachtsmeldungen in diesem Jahr wieder an", bestätigt das Bundeskriminalamt (BKA). Ursache sind vor allem die verstärkten Aktivitäten krimineller Banden, die naive Bankkunden mit der sogenannten "Social-Engineering- Methode" als Gehilfen für dubiose Transaktionen anwerben. Mit Hilfe von Massen- Mails, in denen beispielsweise für Hilfsaktionen für Katastrophenopfer geworben wird, zielen sie darauf ab, "Personen zu finden, die nicht wissen, dass sie durch Geldüberweisungen zu angeblich sozialen oder humanitären Zwecken als Finanzagent missbraucht werden", heißt es beim BKA in Wiesbaden. Auffällig ist, dass die Verdachtsanzeigen auch dieses Jahr fast ausschließlich von Banken stammen. Rechtsanwälte, Notare, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater melden hingegen kaum Verdachtsfälle. Sie berufen sich oftmals auf einen Paragrafen des Strafgesetzbuchs, der die Verletzung von Privatgeheimnissen untersagt. Hinzu kommt laut BKA "eine unzureichende Installation von Prüfungs- und Kontrollkompetenzen zur Beaufsichtigung von Unternehmen aus dem Nicht-Finanzsektor".