Ex-Chef der BayernLB weist Alleinverantwortung für HGAA-Kauf zurück
Der frühere Chef der BayernLB, Werner Schmidt, will nicht allein für die angeblich viel zu teure Übernahme der österreichischen Regionalbank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) im Sommer 2007 haften. Das berichtet das Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe. "Ich kann nur empfehlen, sich dazu die kompletten Vorstands- und Verwaltungsratsunterlagen anzusehen", sagte der Top-Manager dem Magazin nachdem die Münchner Staatsanwaltschaft am vergangenen Mittwoch unter anderem die BayernLB-Firmenzentrale sowie Schmidts Privathaus durchsucht und Ermittlungen gegen ihn bestätigt hatte.
Nach SPIEGEL-Informationen war die HGAA bereits kurz vor dem Einstieg der BayernLB Ende 2006 in einer weitaus schwierigeren Lage als bislang bekannt. Dem Institut, zitiert das Magazin einen Sprecher der Kärntner Landesholding, die ihre HGAAAnteile damals abgab, habe "sogar der Entzug der Banklizenz gedroht". Wie der SPIEGEL weiter berichtet, will die Staatsanwaltschaft laut Durchsuchungsbeschluss unter anderem wissen, warum Schmidt nach Bekanntwerden neuer Risiken bei der HGAA ab Oktober 2007 den Kaufpreis nicht nachverhandelte. Nach Erkenntnissen des Magazins sahen die geschlossenen Verträge eine solche Möglichkeit allerdings nicht vor.
In seinem Bericht zitiert der SPIEGEL zudem erstmals einen früheren Geschäftspartner Schmidts, der dem BayernLB-Chef damals maßgeblich zum Erwerb der HGAA-Mehrheit verholfen hatte. Der Finanzmanager Tilo Berlin hatte für einen Investorenkreis ein Viertel der HGAA-Aktien erworben, die er mit Gewinn an die BayernLB weiterverkaufte. Vermutungen, Schmidt könnte selbst an Berlins Fonds beteiligt gewesen sein, weist der Deutsch-Österreicher als "absurde Unterstellung" zurück. "Herr Schmidt hat nie zu dem Investorenkreis gehört", erklärte er gegenüber dem SPIEGEL, "und es gibt auch keine Verbindung von ihm zu meiner Firma Berlin & Co."