Uno-Umweltchef kritisiert Bundesregierung - DER SPIEGEL
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Uno-Umweltchef kritisiert Bundesregierung

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Ohne kurzfristige Milliardenzusagen der EU für den Klimaschutz in ärmeren Ländern droht der Weltklimagipfel von Kopenhagen im Dezember zu scheitern, warnt Achim Steiner, Chef des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep). "Die Staatsund Regierungschefs der EU müssen bei ihrem Gipfel Ende der Woche in Brüssel konkrete Summen nennen, mit denen Entwicklungsländer rechnen können", sagt Steiner. Andernfalls werde es am nötigen Vertrauen ärmerer Länder fehlen, um einem Weltklimavertrag zuzustimmen. Damit kritisiert der Unep-Chef auch die Bundesregierung, die sich beim Finanzministerrat vergangene Woche dagegen gesperrt hatte, konkrete Beträge zu nennen. "Wer bis zur letzten Minute warten will, bis er seine Karten auf den Tisch legt, schafft ein extrem schlechtes Verhandlungsklima", tadelt Steiner. Länder wie China, Indonesien und Mexiko seien bereit, ihren Ausstoß an Treibhausgasen zu begrenzen. Voraussetzung dafür sei aber, dass sie mit einem fairen Ausgleich der Kosten rechnen können. "Die Finanzfrage ist für Kopenhagen entscheidend", sagt Steiner. Die von der EU-Kommission genannte Summe von bis zu 15 Milliarden Euro jährlich sei ein "absolutes Minimum", zu dem sich auch der Europäische Rat bekennen müsse. Angebracht wäre ein "Sofortfonds", damit es nicht Jahre dauere, bis Geld für effizientere Kraftwerke und erneuerbare Energien fließt. Zudem müsse beim EU-Gipfel bekräftigt werden, dass die 27 Staaten ihr CO2-Reduktionsziel von 20 auf 30 Prozent bis 2020 erhöhen werden, wenn es zu einem erfolgreichen Abschluss in Kopenhagen kommt. Der Unep- Chef hält einen Erfolg der Kopenhagen-Konferenz noch für möglich. "Wir wissen, was zu tun ist, und haben die Mittel dafür an der Hand", sagt er.