Sorgten Parteifreunde für Holperstart der thüringischen CDU-Ministerpräsidentin Lieberknecht? - DER SPIEGEL
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Sorgten Parteifreunde für Holperstart der thüringischen CDU-Ministerpräsidentin Lieberknecht?

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Womöglich wurde der holprige Start von Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht von Mitgliedern der eigenen CDU-Fraktion verursacht. Lieberknecht fehlten bei der Wahl zur Regierungschefin am vergangenen Freitag in zwei Wahlgängen jeweils vier Stimmen aus dem Lager der Großen Koalition. Während CDU-Fraktionschef Mike Mohring versichert, seine Truppen hätten gestanden, gibt es an dieser Version intern erhebliche Zweifel. So wird dem Althaus-Flügel der CDU-Fraktion ein Motiv für eine Abstrafung Lieberknechts unterstellt. Zahlreiche Fraktionäre sorgen sich zudem um ihre gutdotierten Regierungsämter, andere halten den Koalitionsvertrag für zu SPD-lastig. Lieberknecht selbst hatte zudem koalitionsintern Schwierigkeiten im eigenen Lager angedeutet. SPD-Fraktionschef Christoph Matschie sagt, er sei "hundertprozentig sicher", dass die Gegenstimmen nicht aus seiner Fraktion stammten. Tatsächlich sind in der 18-köpfigen Fraktion nur zwei einst vehemente Verfechter einer rot-roten Koalition bekannt: ein Juso und ein Gewerkschafter. Beide, so versichern Fraktionäre, seien jedoch noch vor der Wahl von der Notwendigkeit einer Großen Koalition überzeugt worden. "In Anbetracht der Dramatik der vergangenen Wochen ist dies ein ehrliches Ergebnis", glaubt Lieberknecht. Die Gegenstimmen seien ein "einmaliger Akt" gewesen, begünstigt durch die geheime Wahl. "Künftig gibt es offene Abstimmungen. Da wird unsere Mehrheit stehen."