Ermittlungen in Stuttgart bringen SWMH unter Druck - DER SPIEGEL
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Ermittlungen in Stuttgart bringen SWMH unter Druck

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Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft beim Pressehaus Stuttgart bringen auch den Chef des Mutterkonzerns SWMH, Richard Rebmann, in Erklärungsnot. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass gegen einen Ex-Mitarbeiter der Druckerei-Tochter ermittelt wird, wegen des Verdachts, Steuern und Sozialabgaben vorenthalten zu haben. Auslöser war die Selbstanzeige des Abteilungsleiters, der nach einem Bericht der internen Revision entlassen worden war. Nach seinen Angaben wurde die Manipulation der Zeiterfassung vom Top-Management mitgetragen, um "möglichst viele Zeiten steuerbegünstigt abrechnen zu können", wie es in der Anzeige heißt. Rebmann verwahrt sich gegen die Behauptung, die Manipulationen seien von früheren Geschäftsführern angeordnet oder geduldet worden. Doch legen Briefe nahe, dass ein Ex-Geschäftsführer vom Betriebsrat durchaus über Verstöße auch bei der Zeiterfassung informiert wurde. Im März 2001 etwa bat der Betriebsrat um Aufklärung wegen möglicher "Duldung von Gesetzesübertretungen" und äußerte im Juni 2002 den Verdacht der "Urkundenfälschung" und Manipulation. An Rebmann schrieb der Betriebsrat am 27. Februar 2009, man habe erfahren, dass "die Zeiterfassungssysteme umgangen werden" und bei der Eintragung von Arbeitszeiten "manuelle Eingriffe" erfolgten. "Es ging dabei aber nicht darum, dass systematisch Schichten verschoben und falschen Produktionstagen zugeordnet wurden", sagt Rebmann. Von damit womöglich verbundenen Veruntreuungen habe er entsprechend keine Kenntnis gehabt. Bei Datenproben im September fand die interne Revision zwischen Januar und August 2009 48 Fälle, in denen unzulässig abgerechnet wurde. Für die SWMH, die sich für die Mehrheit an der "Süddeutschen Zeitung" hoch verschuldet hat, kommt die Unruhe mehr als ungelegen. Sie verhandelt derzeit mit den Banken: Diese wollen die Tilgung von rund 40 Millionen Euro im Jahr nur strecken, wenn die Eigentümer einen Beitrag leisten. "Ich habe die feste Zusage der Gesellschafter, dass sie finanziell einspringen, wenn es nötig wird", sagt Rebmann. Die genaue Summe für ein Gesellschafterdarlehen, die bei rund 90 Millionen Euro liegen dürfte, stehe erst fest, wenn die Bankengespräche abgeschlossen seien: "Ich bin zuversichtlich, dass wir bis Jahresbeginn eine Lösung haben."