IG Metall will Zahl der eigenen Vorstandsposten mehr als halbieren
Die Gewerkschaft IG Metall steht vor einem tiefgreifenden Umbau. So will die Arbeitnehmerorganisation den "Vorstand auf weniger geschäftsführende Vorstandsmitglieder verkleinern", wie es in einem internen Strategiepapier heißt. Bisher gehören dem Gremium inklusive der beiden Vorsitzenden Berthold Huber und Detlef Wetzel insgesamt sieben Personen an. Drei Vorstände würden vollkommen reichen, da es bisher zu viel Doppelstrukturen und sich überschneidende Aufgabenbereiche gebe, so das Papier. Im Gegenzug sollen die mehr als 160 Verwaltungsstellen vor Ort gestärkt werden. Nur dort könnten neue Mitglieder rekrutiert werden. Dafür gebe es bisher aber zu wenig Anreize, da ein zu großer Teil der Beitragseinnahmen durch Neuwerbungen an die Frankfurter Zentrale abgeführt werden müsse. Künftig sollen die Verwaltungsstellen einen größeren Anteil selbst behalten dürfen.
Zudem überdenkt die IG Metall ihr Verhältnis zum Dachverband DGB. Ginge es nach den Vorstellungen von Huber, würde die IG Metall die Interessenvertretung in Berlin in Eigenregie übernehmen, der bisher zuständige DGB bekäme nur noch eine koordinierende Funktion, der Mitgliedsbeitrag an den Dachverband würde in der Folge deutlich sinken. Darüber, ob es zu dieser oder einer anderen Lösung kommt, müsse schnellstens eine politische Entscheidung gefällt werden.
Der Grund für die radikale Neuordnung liegt in der zunehmend schwachen Position der IG Metall. So liege der Organisationsgrad der Gewerkschaft in den Betrieben mit 26,8 Prozent auf einem historischen Tiefstand. In ihrem Kernbereich, der Metall- und Elektroindustrie, betreut die Gewerkschaft nur noch etwas mehr als die Hälfte aller Betriebe. Nicht einmal 4000 Unternehmen mit über 50 Beschäftigten sind noch Mitglied in Tarifverbänden. Allein im Zeitraum 2007 bis 2012 wird die IG Metall nach eigener Einschätzung aufgrund der Altersstruktur rund 300.000 Mitglieder in den Betrieben und damit Beitragseinnahmen in Höhe von 230 Millionen Euro verlieren.