US-Jagdbomberpiloten standen Luftangriff in Kunduz kritischer gegenüber als bisher angenommen
Auszüge aus dem Nato-Abschlussbericht zeigen, dass die Besatzung der amerikanischen F-15-Jagdbomber den Auftrag, die entführten Tanklaster bei Kunduz zu bombardieren, stärker hinterfragt hat, als bisher bekannt war. So erzählt Oberstleutnant Lance "Gipper" Bunch, Kommandeur der 335th Fighter Squadron Unit, bei seiner Vernehmung, dass es während des Einsatzes Meinungsunterschiede über die Frage gegeben habe, wie viele Bomben abgeworfen werden sollten. Oberst Kleins Fliegerleitoffizier, Codename "Red Baron", habe sechs Bomben gefordert. Die Besatzung der F-15 widersprach ausdrücklich. "The crew told him that this was not going to happen." Dies werde nicht passieren. Es seien nur zwei Bomben nötig. Darüber hinaus zeigen Auszüge des Funkverkehrs zwischen dem US-Piloten "Dude" und dem deutschen Fliegerleitoffizier, dass die Besatzung nicht nur ein- oder zweimal warnende Tiefflüge vorgeschlagen habe, sondern gleich fünfmal. "F-15 recommended a SHOW OF FORCE five times throughout the mission in order to disperse the people." Doch "Red Baron" antwortete: "Negativ. Das Ziel soll sofort angegriffen werden."