EZB berät über Griechenland
Die dramatische Verschuldung Griechenlands wird auf der nächsten Sitzung der Europäischen Zentralbank am 17. Dezember Thema sein. Das berichten hochrangige Insider aus der Bundesbank. Der Grund: Die Preise für Anleihen des Mittelmeerstaates sind in den vergangenen drei Wochen erneut gefallen nachdem der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou verkündet hatte, das Staatsdefizit seines Landes werde in diesem Jahr nicht sechs, sondern 12,7 Prozent betragen. In den Investmentbanken wird längst gegen die Schuldtitel der Griechen spekuliert. Kaum jemand glaubt, dass die Griechen ihre Haushaltsprobleme in Zukunft ohne Hilfe, beispielsweise seitens der EU, bewältigen können. Doch solche Hilfen haben mächtige Gegner, beispielsweise in der Bundesbank. "Was soll denn schon passieren, wenn Griechenland seine Schulden nicht mehr bezahlt?", fragte ein Vorstand der Notenbank kürzlich in Frankfurt. "Der Euro ist stark genug, um das auszuhalten". Nur wenn Brüssel den Griechen zur Seite stehe, drohe Gefahr. "Dann wird aus der Währungsgemeinschaft eine Inflationsgemeinschaft."