Südkoreas Präsident Kim sieht keine baldige Wiedervereinigung seines Landes
Das Beispiel der Wiedervereinigung Deutschlands ist für das Zusammenfinden der beiden Staaten Koreas nach Ansicht des südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung nur bedingt tauglich. Ziel seiner Politik sei eine friedliche Koexistenz auf der koreanischen Halbinsel, nicht aber eine baldige Wiedervereinigung, sagte Seouls Staatspräsident in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Eine überstürzte Wiedervereinigung können wir uns nicht leisten, das würde unser Land wirtschaftlich ruinieren."
Kim, der während einer Europareise Anfang März auch Deutschland besucht, rief die Staaten des Westens dazu auf, mit Investitionen in Nordkorea das stalinistische Regime aus der Isolierung zu lösen. Bedingung allerdings sei, dass der Norden im Dialog mit dem Süden den Frieden auf der Halbinsel bewahrt. Und der Norden, so Kim Dae Jung, "muss sein Versprechen halten, keine Nuklearwaffen zu entwickeln, und den Versuch aufgeben, die Entwicklung von Raketen voranzutreiben."