DDR-Sportlerinnen prozessieren wegen Fehlgeburten und Mißbildungen - DER SPIEGEL
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DDR-Sportlerinnen prozessieren wegen Fehlgeburten und Mißbildungen

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Ein Prozess soll eines der letzten Rätsel des DDR-Sports klären: Beim Landgericht Berlin haben nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL sieben ehemalige DDR-Spitzensportlerinnen Klage gegen Sportärzte und Trainer des SED-Staates eingereicht, denen vorgeworfen wird, beim Doping mit männlichen Hormonen auch Früh- und Fehlgeburten sowie Missbildungen späterer Kinder billigend in Kauf genommen zu haben.

Gefahren für werdende Mütter und deren Leibesfrucht sind laut SPIEGEL den Medizinern bekannt gewesen. Aus einem Stasi-Dokument geht hervor, dass die Doping-Ärzte empfohlen haben, den Sportlerinnen neben den Anabolikatabletten auch die Pille zu verabreichen. Dennoch konnten mögliche Spätfolgen nicht verhindert werden. Bei den klagenden Ex-Spitzensportlerinnen ist in vielen Fällen zu Früh- und Fehlgeburten gekommen, bei ihren Kindern zu teils gravierenden Missbildungen wie Klumpfüßen, Lähmungen und Blindheit.

Der Prozeß wird nicht nur ein dunkles Kapitel der DDR-Sportgeschichte beleuchten, sondern wird möglicherweise auch zu einem juristischen Novum: Rechtsstreitigkeiten über Schädigungen der Leibesfrucht sind in Deutschland bislang stets außergerichtlich beigelegt worden.