Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Dresdner-Bank-Vorstand
Wegen des Verdachtes auf Insider-Handel ermittelt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen den Dresdner-Bank-Vorstand Bernd Voss. Das meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der aktuellen Ausgabe. Im Frühjahr 1997, kurz vor der geplanten Übernahme von Thyssen durch Krupp, hatte Voss für eine Million Mark Aktien der beteiligten Unternehmen gekauft - und kurz darauf mit hohem Gewinn wieder verkauft.
Nach Informationen aus der Dresdner Bank handelte Voss dabei im Auftrag des damaligen Aufsichtsrats-Chefs der Bank, Wolfgang Röller, für die Familie Quandt. Röller sei als Berater und Vermögensverwalter der Familie Quandt tätig. Er war auch Aufsichtsrat bei Thyssen und verfügte über entsprechende Insider-Kenntnisse. Ein Sprecher der Familie Quandt sagte, weder Röller noch Voss seien oder waren Vermögensverwalter von Johanna Quandt.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte jedoch, dass Frau Quandt "in dem Verfahren eine Rolle spielt". Er sagte, es sei "nahe liegend", dass gegen Frau Quandt ermittelt werde. Nach Rücksprache mit dem Behördenleiter wollte er jedoch keine weitere Stellungnahme abgeben. Die Beamten haben bereits Privathaus und Büro von Voss durchsucht. Sie prüfen, ob ein Teil der Gewinne aus dem Geschäft an Voss zurückgeflossen ist. Voss bestreitet die Insider-Vorwürfe, Röller war zu keiner Stellungnahme bereit.