CDU will Abrechnung der Politiker-Flüge mit der WestLB prüfen
Nach den SPD-Verlusten bei der letzten Kommunalwahl dominiert die nordrhein-westfälische CDU die Gewährträgerversammlung der Westdeutschen Landesbank (WestLB). Nun will sie nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL mit ihrer Mehrheit klären lassen, wie die Politiker-Flüge mit der Firma Privat-Jet-Charter eigentlich bezahlt wurden. "Wir werden einen Sonderprüfer bestellen, der die Abrechnungspraxis aufdecken soll", kündigt Paul Heidrich, CDU-Fraktionsvorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland an. Er sei sicher, dass es eine "saubere Verrechnung" nicht gegeben habe.
Etwa zwei Millionen Mark haben die Charterflüge im Auftrag der WestLB gekostet. Finanzminister Heinz Schleußer war vor gut vier Wochen zurückgetreten, weil er Flüge mit einer Freundin geleugnet hatte. Besonders häufig nutzte Johannes Rau, heute Bundespräsident und früher Ministerpräsident, den Promi-Service. Alles sei ordnungsgemäß verrechnet worden, versichert dessen Nachfolger Wolfgang Clement. Heidrich: "Ich gehe davon aus, dass Clement im Landtag dazu nicht die Wahrheit gesagt hat." Die CDU prüft, ob Bankchef Friedel Neuber vorzeitig entlassen werden kann.