IWF schickt Prüfer nach Athen - DER SPIEGEL
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IWF schickt Prüfer nach Athen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Internationale Währungsfonds wird in den kommenden Wochen einen Stab nach Athen schicken, um die Staatsfinanzen des Ägäislandes unter die Lupe zu nehmen. Der Grund für die Mission, die sowohl bei der Bundesbank wie auch in der Bundesregierung als eine Art "Sonderprüfung" bewertet wird: Der IWF hat erhebliche Zweifel, ob die von Griechenland gemeldeten Defizitzahlen von 12,7 Prozent für dieses Jahr ausreichen. Auch deutsche Regierungsvertreter teilen diese Befürchtung. Der Grund sind vor allem ausstehende Forderungen des griechischen Staates gegenüber privaten Unternehmen. Allein deutsche Konzerne haben gegenüber dem Inselstaat Forderungen von mehr als zwei Milliarden Euro, heißt es in Regierungskreisen. Europaweit beträgt das Volumen unbezahlter Rechnungen mehr als zehn Milliarden Euro. Laut dem europäischen Dachverband EFPIA schuldet der griechische Staat den Herstellern pharmazeutischer Produkte 2,7 Milliarden Euro, bei medizinischen Geräten beträgt der Ausstand 5,2 Milliarden Euro. Im Schnitt wird, so die EU, eine Rechnung vom griechischen Staat erst nach 165 Tagen bezahlt. Nach den Maßstäben für Privatpersonen wäre das Land bereits zahlungsunfähig.