Nato-Generalsekretär Rasmussen: "Wir haben die Herausforderungen in Afghanistan unterschätzt" - DER SPIEGEL
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Nato-Generalsekretär Rasmussen: "Wir haben die Herausforderungen in Afghanistan unterschätzt"

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Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sieht den Kampf in Afghanistan in einer "neuen Phase" und erwartet durch die Aufstockung der Isaf-Truppen und das "intensivierte Engagement" entscheidende Fortschritte im Kampf gegen die Taliban. "Vielleicht haben wir in der Vergangenheit die Herausforderungen in Afghanistan unterschätzt. Sie werden sehen, es geht jetzt bald vorwärts", sagte Rasmussen in einem SPIEGEL-Gespräch. Die Nato werde "nicht für alle Ewigkeit" in Afghanistan sein. "Aber wir bleiben so lange dort, bis unser Job erledigt ist." Der Nato-Chef gab sich optimistisch, über die von US-Präsident Obama zugesagten 30 000 Mann hinaus weitere Verstärkungen an den Hindukusch schicken zu können, eine "Reihe europäischer Regierungen" hätten ihm in den letzten Wochen 7000 zusätzliche Soldaten zugesagt. Er sei auch "zuversichtlich", dass Berlin sein Kontingent aufstocke. "Die deutsche Regierung wird die richtige Entscheidung treffen", sagte der Nato-Generalsekretär, der Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg einen "engagierten und vielversprechenden" Politiker nannte. Der Nato-Generalsekretär forderte eine härtere Gangart gegenüber dem afghanischen Präsidenten. "Ich denke, Präsident Karzai weiß genau, wie wichtig es ist, gegen die Korruption im Lande vorzugehen. Wir stehen zu unseren Zusagen, aber wir erwarten jetzt auch Ergebnisse." Rasmussen fuhr fort: "Wenn die afghanische Regierung zunehmend die Geschicke des Landes übernehmen soll, dann muss sie zeigen, dass sie das auch kann – jedenfalls besser als die Taliban." Er erwarte, schon im kommenden Jahr "Distrikt um Distrikt in afghanische Hände legen" zu können, sagte der Nato-Generalsekretär dem SPIEGEL. Rasmussen hält sich zurzeit zu Gesprächen mit der russischen Führung in Moskau auf. Zwischen der Nato und Russland gebe es "gemeinsame Interessen zuhauf", betonte er, bei der Terrorbekämpfung wie beim Eindämmen einer möglichen Bedrohung durch iranische Atomwaffen. "Ich sehe ein großes Potential für ein stärkeres russisches Engagement in Afghanistan. Russland hat uns ja schon eine Transitroute für unseren Nachschub angeboten. Ich könnte mir mehr vorstellen. Auch bei der Ausbildung und Ausstattung der afghanischen Armee könnten sich die Russen einbringen."