Kroatische Nationalbank greift Stoiber in der HGAA-Affäre an
In der Affare um den Kauf der osterreichischen Skandalbank Hypo Group Alpe Adria durch die BayernLB gerat der fruhere bayerische Ministerprasident Edmund Stoiber weiter unter Druck. Der Chef der kroatischen Nationalbank, eljko Rohatinski, warf Stoiber nun vor, uber seine Rolle bei den Verhandlungen um den Kauf der Bank die Unwahrheit zu sagen. Die kroatische Nationalbank, deren Zustimmung erforderlich war, hatte den Deal mit der bayerischen Landesbank im Juli 2007 zunachst abgelehnt. Stoiber traf sich einige Wochen danach mit dem kroatischen Premier Ivo Sanader in Split und soll, so Rohatinski, politischen Druck auf die Nationalbank ausgeubt haben. Stoiber erklarte selbst, er sei am Kaufvertrag zwischen BayernLB und HGAA nie beteiligt gewesen. Er sei nur gebeten worden, seine guten politischen Beziehungen nach Kroatien einzusetzen. Zudem sei zum Zeitpunkt seiner Reise die Einigung langst gefallen. Dem jedoch widersprechen die Akten des Karntner Untersuchungsausschusses zum HGAA-Verkauf. Aus den Aussagen des Zeugen Josef Martinz, damals Aufsichtsratschef der Karntner Landesholding, geht hervor, dass gegen das Veto der Nationalbank auch auf politischer Ebene breit interveniert worden sei unter anderem durch "Herrn Stoiber himself".