Aachener Ausbrecher hatten zweiten Fluchtplan vorbereitet
Offenbar hatten die beiden Schwerverbrecher, die Ende November aus dem Aachener Gefängnis ausbrachen, noch einen zweiten Fluchtplan vorbereitet. Für den Fall, dass ihr Ausbruch unter Mithilfe eines Wachbeamten nicht klappen sollte, hatte sich Michael Heckhoff eine Gaspistole beschafft. Mit dieser täuschend echt aussehenden Waffe hatten er und sein Komplize Peter Paul Michalski offenbar vor, einen Gefängnis-Beamten als Geisel zu nehmen und so ihre Freilassung zu erzwingen. Als der erste Fluchtversuch glückte, warfen sie die Gaspistole in der Nähe des Gefängnisses auf dem Gelände einer Kläranlage weg, wo sie Mitte Dezember nach einer Beschreibung von Heckhoff gefunden wurde. Bei ihrer Flucht hatten die Häftlinge zwei scharfe Dienstpistolen dabei und zwei Mobiltelefone. Als Beschaffer und Fluchthelfer wird gegen den Beamten Michael K. ermittelt (SPIEGEL 51/2009), der Verdacht gegen ihn hat sich nach Angaben von Ermittlern in den letzten Tagen erhärtet. Das Verfahren gegen K. wird derweil unter ungewöhnlich strenger Geheimhaltung geführt. Noch kurz vor Weihnachten kämpfte K.s Kölner Rechtsanwalt Thomas Gros um Akteneinsicht. Die Staatsanwaltschaft Aachen verweigerte dem Verteidiger sogar die Einsicht in die Vernehmungsprotokolle seines Mandanten, da dessen Verhalten von "Täuschungshandlungen gekennzeichnet" sei. Über Gros Antrag auf Aussetzung des Haftbefehls soll frühestens Anfang Januar entschieden werden.