Transnet-Chef Kirchner erwartet keinen Jobabbau bei der Bahn
Der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft Transnet, Alexander Kirchner, rechnet nicht damit, dass die Bahn, wie es zuletzt hieß, in den nächsten Jahren 14000 Stellen abbauen wird. "Ich kann solche Ankündigungen nicht verstehen. Die DB ist die einzige Bahn in Europa, die noch schwarze Zahlen schreibt. Wer da mit Stellenabbau droht, spielt mit den Ängsten der Mitarbeiter", sagte er in einem Interview mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Hinzu komme, dass die Bahn bei ihrer Altersstruktur und der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren auf Mitarbeiter nicht verzichten könne. "Wir haben doch heute schon das Problem, dass der Konzern in manchen Bereichen personell völlig ausgedünnt ist", sagte Kirchner. Möglichen vorschnellen Börsenplänen erteilte er eine Abfuhr. "Da sage ich Ihnen als Mitglied des Aufsichtsrats der Bahn: Der Börsengang ist zurzeit kein Thema." Die Bahn müsse stattdessen ihre 15 Milliarden Euro Schulden abbauen und in den nächsten Jahren sechs Milliarden für neue Fahrzeuge ausgeben. "Statt Jobs zu streichen", solle der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube "lieber mit Hilfe der Politik dafür sorgen, dass mehr Verkehr auf die Schiene kommt". Kirchner begrüßte die Ankündigung von Verkehrsminister Peter Ramsauer, ein Milliardenprogramm für die Schiene aufzulegen: "Er muss nur sagen, wie er das finanzieren will. Das ginge zum Beispiel über die Lkw-Maut." Kirchner weiter: "Bisher hieß es von der neuen Regierung jedoch, dass diese Einnahmen verstärkt in den Straßenverkehr fließen sollten. Wenn jetzt ein Kurswechsel einsetzt, ist das der richtige Weg."