CSU drängt auf Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke
Eile bei der Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke verlangt die CSU. "Wir können mit Verhandlungen und Entscheidungen nicht noch länger warten", sagt Bayerns Umweltminister Markus Söder. Vor allem Bayern und Baden-Württemberg, deren Strom zu zwei Dritteln aus Kernenergie stammt, sei Tempo bei der Laufzeitverlängerung sehr wichtig. Der derzeitige Fahrplan der Koalition, erst im Oktober eine nationale Energiestrategie vorzulegen und dann in Verhandlungen mit den Kraftwerksbetreibern zu treten, sei zu langsam. "Die Daten und Analysen liegen doch längst vor, jetzt geht es um konkretes Handeln", sagt Söder. Es dürfe nicht riskiert werden, dass Kernkraftwerke wie das baden-württembergische Neckarwestheim 1 und das bayerische Isar 1 nur deswegen vom Netz müssten, weil die Koalition zu zögerlich sei. Sei ein Reaktor einmal stillgelegt, gehe er nicht wieder ans Netz. "Ich bin kein Kernkraftfetischist. Die Kernenergie ist nur eine Brückentechnologie. Aber ein weiteres Verschieben schafft eine zu große Unsicherheit", warnt der CSU-Politiker. Außerdem stehe erst nach einer Verlängerung ein Teil der Erlöse zur Verfügung, um die Erforschung erneuerbarer Energiequellen zu fördern. Dieses Geld brauche der Staat aber "so schnell wie möglich". Söder fordert zudem, die Atomaufsicht vom Bund wieder stärker auf die Länder zu übertragen. "Da ist die Sachkompetenz am größten. Der Bund ist zu weit weg", sagt Söder.