Sohn des Großajatollah Montaseri warnt vor Untergang des Gottesstaates
Der Sohn des jüngst verstorbenen Großajatollah und Regimekritikers Hossein Ali Montaseri sieht Iran am Scheideweg. "So kann es nicht weitergehen", warnt Said Montaseri, 47, in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL vor dem Untergang des Gottesstaates. "Welche Form unsere zukünftige Gesellschaftsordnung hat, ist nicht so wichtig. Es kann eine Islamische Republik, eine laizistische Republik, von mir aus auch eine Monarchie sein", erklärte Montaseri. "Wichtig ist nur, dass die Menschen in Freiheit und Wohlstand leben können. Dass sie sich frei bewegen können, dass ihre Stimmen Gehör finden." Die Eskalation bei den jüngsten Demonstrationen, die zahlreiche Tote forderte, sei allein "von den Staatsorganen zu verantworten". Die Brutalität der Demonstranten rechtfertigt Montaseri als Gegengewalt: "Die einfachen Leute haben kein Interesse, Hab und Gut in Brand zu setzen, sie wollten für ihre legitimen Interessen demonstrieren, sie sind von der Staatsseite provoziert worden."