Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger will Managerhaftung verlängern - DER SPIEGEL
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Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger will Managerhaftung verlängern

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Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) geht mit der deutschen Wirtschaftselite hart ins Gericht und will die persönliche Haftung für Manager verschärfen. "Wirtschaftliche Spielermentalität" sei eine entscheidende Ursache für die Finanzmarktkrise, so die Liberale. "Gier und Leichtsinn wurden bei manchen Managern nicht nur durch satte Boni geweckt, sondern auch durch zu wenig Haftung und persönliche Verantwortung gefördert", die Vergütungen seien "zu oft ohne persönliches Risiko" für die Manager geflossen. Auch für die Wirtschaftselite müsse aber gelten, "dass man für persönliche Fehler geradestehen muss", so die Ministerin. Die FDP-Frau will deshalb insbesondere die einschlägigen Verjährungsfristen bei Wirtschaftdelikten verlängern: "Haftungsansprüche verjährten bislang zu früh, das müssen wir ändern", so Leutheusser-Schnarrenberger. Aktuell gebe es im Aktienrecht Sonderregeln, die dazu führten, dass Ansprüche gegen Vorstände nach fünf Jahren verjähren. Gerade in der Krise habe sich aber gezeigt, dass sich die verhängnisvollen Folgen mancher Geschäfte erst nach einer ganzen Weile herausstellten. "Es ist wichtig, dass wir genug Zeit haben, diese Finanzkrise und ihre Ursachen auch rechtlich in Ruhe aufzuarbeiten", so die Ministerin, die auch in diesem Punkt noch erhebliche Defizite sieht: "Eine ehrliche und schonungslose Analyse der Finanzkrise steht in Deutschland noch aus." US-Präsident Barack Obama habe entschieden, die Ursachen von einer Kommission untersuchen zu lassen. Dies, so Leutheusser-Schnarrenberger, halte sie für "einen klugen Weg".