Jemenitische Geiselnehmer fordern Freilassung von inhaftierten Terroristen - DER SPIEGEL
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Jemenitische Geiselnehmer fordern Freilassung von inhaftierten Terroristen

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Eine politisch heikle Forderung der mutmaßlichen Entführer der deutschen Jemen- Geiseln bringt die Bundesregierung in Bedrängnis. Nach Angaben der jemenitischen Regierung verlangen die Geiselnehmer unter anderem die Freilassung mehrerer Häftlinge, die von der Regierung in Sanaa dem Umfeld von al-Qaida zugerechnet werden. Die Islamisten sitzen derzeit in jemenitischen Gefängnissen und sollen im Gegenzug für die fünfköpfige Familie aus Sachsen freikommen, die im Juni von Unbekannten verschleppt wurde. Neben dem Gefangenenaustausch fordern die Kidnapper ein Lösegeld in Höhe von zwei Millionen Dollar und Straffreiheit. Deutsche Sicherheitsbehörden sehen das äußerst kritisch, zwei ebenfalls verschleppte deutsche Krankenschwestern waren kurz nach der Entführung tot aufgefunden worden. Eine Freilassung islamistischer Terroristen wäre angesichts der zugespitzten Sicherheitslage international kaum vermittelbar – der Jemen gilt als Rückzugsraum und Schulungszentrum von al-Qaida. Vorige Woche spitzte sich die Lage weiter zu: Während das jemenitische Militär am Freitag nach offiziellen Angaben den militärischen Kommandeur der Qaida auf der Arabischen Halbinsel, Kassim al-Raimi, samt fünf weiteren Qaida-Kadern durch einen Luftschlag tötete, riefen 150 führende Geistliche im Fall der Invasion einer ausländischen Macht zum "heiligen Krieg" auf. Im Gespräch mit Außenminister Guido Westerwelle (FDP) Anfang voriger Woche hatte Staatspräsident Ali Abdullah Salih zwar die Forderungen der Geiselnehmer vorgetragen, er sprach aber nur allgemein von "Gefangenen", die freigepresst werden sollten. In Berlin wird die Ankündigung Salihs, seine Regierung habe über einen Emissär Verhandlungen mit den Entführern aufgenommen und werde den Fall bald lösen, mit Skepsis betrachtet – bislang konnte die Regierung kein aktuelles Lebenszeichen beschaffen.