Aufsichtsrats-Kandidat Berchtold will Infineon weiterentwickeln und nicht zerschlagen
In dem Machtkampf um die künftige Besetzung der Aufsichtsratsspitze beim Münchner Chiphersteller Infineon meldet sich nun auch der Kandidat der oppositionellen Investorengruppe um den britischen Finanzinvestor Hermes Willi Berchtold zu Wort. "Ich stehe nicht für eine Zerschlagung, sondern für eine langfristig erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens", erklärte Berchtold, der bei der bevorstehenden Hauptversammlung am 11. Februar in Konkurrenz zu dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Ex-Siemens-Vorstand Klaus Wucherer antreten will, gegenüber dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Ein Unternehmensberater wollte den ehemaligen IBM-Deutschland-Chef schon im Frühsommer 2008 als Nachfolger für den damaligen Infineon-Chef Wolfgang Ziebart ins Spiel bringen, was Berchtold aber ablehnte. Schon damals lobte er den Konzern als "tolles Unternehmen mit großartigen Mitarbeitern und Produkten". Ein Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat rügt, der Manager habe zu ihm und seinen Kollegen bislang noch keinen Kontakt gesucht. "Solange sich Berchtold bei uns noch nicht vorgestellt hat und wir nicht wissen, was er plant, können wir ihn schlecht unterstützen."