Muslimischen Predigern drohen nach Razzia Strafverfahren - DER SPIEGEL
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Muslimischen Predigern drohen nach Razzia Strafverfahren

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Mehrere muslimische Prediger müssen nach Razzien in der vergangenen Woche mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Den Männern, die nach Einschätzung des niedersächsischen Verfassungsschutzes einem "salafistischen Bildungs- und Gelehrten-Netzwerk" angehören, darunter auch der zum Islam konvertierte Deutsche V., könnten Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz drohen. Im Zuge ihrer Ermittlungen hatten Beamte am vergangenen Mittwoch bundesweit mehr als 30 Moscheen, Gebetsräume, Geschäfte und Wohnungen durchsucht und dabei rund 30 Computer sowie mehrere Exemplare des indizierten Buches "Frauen im Schutz des Islam" beschlagnahmt. In dem Buch wird das Schlagen von Frauen "zu Erziehungszwecken" erlaubt – und dem Mann geraten, er solle dabei "schlagen ohne zu verletzen, Knochen zu brechen, blaue oder schwarze Flecken auf dem Körper zu hinterlassen und unter allen Umständen vermeiden, ins Gesicht zu treffen". Das Buch, das 2003 in Saudi-Arabien erschienen ist, soll in mehreren Bundesländern bei Vorträgen und an Informationsständen ausgelegen haben. Es wurde 2009 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Index gesetzt. Allein in einem Lager in Braunschweig fanden die Ermittler über 100 Exemplare. Der Chef der dortigen Islamschule, Muhamed Ciftci, verteidigte sich, die Schriften würden unter anderem von der saudi-arabischen Botschaft vertrieben. Er selber habe schon vor dem Buch gewarnt und seine Glaubensbrüder aufgerufen, die Werke abzugeben. Die gesammelten Bücher seien lediglich noch nicht vernichtet worden.