Lebensmittel-Ampel durch die Hintertür
Eine von Ärzten und Verbraucherschützern geforderte farbliche Pflicht-Kennzeichnung von Lebensmitteln konnte die Industrielobby in Brüssel zwar bisher verhindern, aber nun kommt die Ampel doch noch durch die Hintertür. Mit Hilfe des Online- Produkthandbuchs Codecheck kann der Kunde sogar noch im Laden farblich unterlegte Informationen zu Fett, Salz und Zucker abfragen wenn er über ein internetfähiges Mobiltelefon verfügt. Über die Eingabe der Strichcode-Nummer erscheinen dann die in der Datenbank gespeicherten Produktinformationen. Eine Abfrage übers Handy kostet durchschnittlich zehn Cent, in wenigen Wochen soll über eine iPhone-App der Strichcode noch schneller gescannt werden können. Codecheck, heute ein gemeinnütziger Verein, ist das Ergebnis einer Diplomarbeit des Zürcher Medienstudenten Roman Bleichenbacher, dem "eine Art Waren-Wikipedia" vorschwebte. Codecheck-Nutzer haben bislang Informationen zu etwa 51.000 Produkten hinterlegt, die von Bleichenbacher und seinen Mitarbeitern bearbeitet und etwa mit Ergebnissen der Zeitschrift "Ökotest" unterlegt werden. Für rund 7000 Nahrungsmittel gibt es bereits eine Ampel nach dem Muster der britischen Lebensmittelbehörde FSA.