US-Militär bildete afghanische Sicherheitskräfte in Bayern aus
Unbemerkt von der Öffentlichkeit bildet das US-Militär in Deutschland afghanische Sicherheitskräfte aus. Die Aktivität der Amerikaner fiel erst auf, nachdem in Rödby dänische Beamte zwei Afghanen nach dem Verlassen der Fähre aus Puttgarden ohne gültiges Visum überprüft hatten. Der Hauptmann und ein Feldwebel der afghanischen Streitkräfte ANA erklärten, sie hätten an einem dreiwöchigem Lehrgang des Joint Multinational Readiness Center der US-Streitkräfte im bayerischen Hohenfels teilgenommen. Am 16. Dezember sollten die beiden Soldaten mit Safi Airways von Frankfurt zurück nach Kabul fliegen. Nach der Sicherheitskontrolle war es ihnen jedoch gelungen, den Flughafen zu verlassen. Nach Erkenntnissen der Behörden wollten die beiden Afghanen zu Verwandten nach Finnland. US-Major Nicholas Sternberg bestätigte, dass Ende vergangenen Jahres 16 ANA-Angehörige in Hohenfels an einer Ausbildung teilgenommen haben. Auf dem zweitgrößten Truppenübungsplatz der US-Streitkräfte in Europa werden unter anderem Nato-Soldaten auf ihren Einsatz am Hindukusch vorbereitet. Laut Sternberg sollten die Afghanen den Umgang mit den Koalitionstruppen lernen und diese gleichzeitig mit der ANA vertraut machen. Auf dem rund 160 Quadratkilometer großen Übungsareal wurden unter anderem afghanische Dörfer nachgebaut; in engen Gassen können Überfälle auf Konvois, in künstlichen Tunnelsystemen Kämpfe in Höhlen simuliert werden. Das Auswärtige Amt hatte für November und Dezember insgesamt 290 Visa für afghanische Soldaten ausgestellt ohne deren Einreise nachzuvollziehen.