Berlin holt Bundespolizisten aus Teheran zurück
Die Bundesregierung hat aus Sicherheitsgründen zwei an der deutschen Botschaft beschäftigte Bundespolizisten nach Deutschland ausfliegen lassen. Hintergrund sind die vom iranischen Geheimdienst lancierten Falschmeldungen über die angebliche Festnahme von zwei deutschen Diplomaten am Rande einer Demonstration von Oppositionellen. Tatsächlich waren die beiden Bundespolizisten, die im Haus- und Ordnungsdienst der Botschaft arbeiteten, Anfang November von der iranischen Polizei lediglich auf ihre Personalien kontrolliert worden. Einer der beiden, der Polizeihauptmeister Jörg B., hatte durch seine private Beziehung zu einer Iranerin allerdings bereits die Aufmerksamkeit des iranischen Geheimdienstes auf sich gezogen. Die dortigen Behörden unterstellen der Frau eine Nähe zum Oppositionsführer Hossein Mussawi. Deutsche Behörden gehen davon aus, dass der iranische Geheimdienst die E-Mails mitlas, die der Beamte über seinen Dienst-Mail-Account beim Auswärtigen Amt an die Iranerin schickte. Nach ersten internen Untersuchungen waren die Inhalte indes ausschließlich privater Natur. Bereits vor rund eineinhalb Jahren hatte es einen sehr ähnlichen Fall mit dem Bundespolizisten Ingo W. gegeben, der 2008 das Land verließ. Dass die iranische Regierung diese Vorgänge jetzt öffentlich machte und einen Zusammenhang zur iranischen Oppositionsbewegung herstellte, hat offenbar politische Gründe: Teheran ist schwer verärgert über die Unterstützung der Bundesregierung für die israelischen Forderungen nach schärferen Sanktionen gegen Iran. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte diese beim Berlin-Besuch des israelischen Präsidenten Schimon Peres vorige Woche noch einmal bekräftigt.