Tote Schüler aus Lübeck – Alkoholpanscher narrten türkische Behörden - DER SPIEGEL
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Tote Schüler aus Lübeck – Alkoholpanscher narrten türkische Behörden

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Drei deutsche Schüler könnten womöglich noch leben, wenn die türkischen Behörden schärfer gegen Alkoholpanscher vorgegangen wären. Im Frühjahr vergangenen Jahres waren die Jugendlichen aus Lübeck gestorben, nachdem sie im türkischen Badeort Kemer mit Methanol versetzten Wodka getrunken hatten. Am vergangenen Dienstag begann in Antalya ein Prozess gegen 13 Angeklagte. Darunter sind auch Cengiz und Halil Emmez. Sie sollen das tödliche Getränk an das Hotel der Schüler geliefert haben. Der Staatsanwalt wirft ihnen Totschlag vor. Die Brüder, Inhaber der Getränkefirma Germiyan, waren den Behörden bereits zuvor mehrfach wegen mutmaßlicher Alkoholpanscherei aufgefallen: 2006 hatten Fahnder bei ihnen schwarzgebrannten Schnaps gefunden. Schon damals war ein Verfahren eingeleitet worden – das jedoch bis heute nicht zum Abschluss gekommen ist. Ein Jahr später war ein Bekannter der Brüder gestorben, nachdem er Alkohol aus dem Firmenlager getrunken hatte. 2008 verloren sie ihre Lizenz, weil bei ihnen gepanschter Whisky und Cognac gefunden wurden. Die Geschäfte liefen trotzdem weiter, weil sie die Firma kurzerhand auf den Namen ihrer Ehefrau anmeldeten. Ein Anwalt der Opferangehörigen erhebt auch gegen das Krankenhaus in Kemer Vorwürfe. Dort soll der Fall der Jugendlichen nicht ausreichend ernst genommen worden sein. Das Krankenhauspersonal hielt sie offenbar einfach nur für betrunken. Möglicherweise trifft auch den Lehrer eine Mitschuld: 20 Stunden dämmerte einer seiner Schützlinge im Bett vor sich hin, bevor der Pädagoge nach ihm sah. Dabei hätte es durchaus Grund zur Sorge um die Gruppe gegeben: Viele Schüler hatten sich erbrochen, und auch solchen, die kaum etwas getrunken hatten, ging es sehr schlecht.