Bundeswehr enthielt US-Jagdbomberpiloten bei Kunduz-Angriff wichtige Informationen vor
Oberst Georg Klein und sein Fliegerleitoffizier haben den Piloten der zwei F-15- Kampfjets vor der Bombardierung der beiden von Taliban entführten Tanklaster entscheidende Informationen vorenthalten. Dem SPIEGEL sagte einer der Piloten jetzt, er habe die ganze Nacht kein gutes Gefühl gehabt. Der US-Pilot erwog sogar, den Einsatz über Kunduz abzubrechen, da er spürte, dass der deutsche Kommandeur am Boden das Bombardement um jeden Preis wollte. Aus dem geheimen Nato-Bericht über den Vorfall geht hervor, dass die Bundeswehr von einem Informanten wusste, dass mindestens einer der beiden Fahrer der Tanklastwagen noch am Leben war, als die Laster die Sandbank im Fluss erreicht hatten. Der Übersetzer der Task Force 47, ein Afghane mit deutschem Pass, der in der Nacht mindestens siebenmal mit dem afghanischen Informanten gesprochen hatte, sagte dies als Zeuge vor Nato-Ermittlern aus. Als die US-Piloten per Funk bei den Deutschen nach dem Schicksal der Fahrer fragten, sagte der Fliegerleitoffizier von Oberst Klein dennoch, er habe darüber keine Informationen. Den Nato-Ermittlern berichtete einer der beiden US-Piloten, wenn sie gewusst hätten, dass einer der entführten Tanklasterfahrer unter den Menschen im Zielgebiet sei, "hätten sie ihre Waffen nicht eingesetzt".