Frühere Porsche-Führung könnte gegen Meldepflichten verstoßen haben
Ausgerechnet eine offizielle Mitteilung von Porsche dient Investmentfonds als wichtiger Beleg für ihre Anzeige gegen den Sportwagenbauer. Mehrere Fonds haben vergangene Woche Klage gegen die Firma vor einem Gericht in New York eingereicht. Sie werfen ihr vor, die Öffentlichkeit über ihre wahren Interessen beim Einstieg bei VW getäuscht zu haben. Porsche hatte bis zum 26. Oktober 2008 abgestritten, 75 Prozent des VW-Konzerns übernehmen zu wollen. An diesem Tag gab der Autobauer bekannt, dass er dieses Ziel dennoch verfolgt und bereits 42,6 Prozent der VWStammaktien besitzt sowie zusätzliche 31,5 Prozent Optionen auf VW-Stammaktien, "was in der Summe einen Betrag von 74,1 Prozent ergibt". Damit habe Porsche zugegeben, dass diese Kurssicherungsgeschäfte der Firma schon damals Kontrolle über die dahinter stehenden VW-Aktien gewährt hätten, heißt es in der Klageschrift. Wenn dies zutrifft, hätte Porsche möglicherweise mehrfach gegen Meldepflichten verstoßen. Porsche hatte zwar informiert, als es erst 5, dann 30 und schließlich 50 Prozent der VW-Aktien erwarb. Doch dabei rechnete das Unternehmen die Optionen nicht mit. Nach der Mitteilung vom 26. Oktober schoss der VW-Kurs in die Höhe. Hedgefonds, die auf sinkende Kurse gesetzt hatten, verloren Milliardenbeträge.