Siemens plante Iran-Ausstieg in enger Abstimmung mit dem Kanzleramt - DER SPIEGEL
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Siemens plante Iran-Ausstieg in enger Abstimmung mit dem Kanzleramt

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Der angekündigte Rückzug des Siemens-Konzerns aus Iran hat eine längere Vorgeschichte als bislang vermutet. Bereits im Sommer 2009 war der Ableger Nokia Siemens Networks vor allem in den USA scharf kritisiert worden, weil die deutschfinnische Gemeinschaftsfirma der iranischen Regierung Telekom-Technik geliefert hatte, über die auch Oppositionelle überwacht werden können. Kurz darauf kam es zu intensiven Kontakten zwischen Siemens-Managern und Vertretern des Bundeskanzleramts. Die Regierung drängte deutsche Firmen schon damals, ihre Geschäftsbeziehungen zu dem Land aufzugeben oder zumindest einzuschränken. Die Gespräche, in die sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Siemens-Chef Peter Löscher einschalteten, mündeten im Oktober 2009 schließlich in einen offiziellen Ausstiegsbeschluss des Vorstandes. Damit wollte die Konzernführung nicht nur der Bundesregierung entgegenkommen, sondern zudem vermeiden, dass die massive Kritik an ihren Iran-Lieferungen das weitaus bedeutendere US-Geschäft gefährdet. Schon im Herbst vergangenen Jahres stoppte Siemens die Abgabe verbindlicher Angebote an Interessenten aus Iran. Bereits zugesagte Bestellungen will der Konzern noch bis Juli abarbeiten. Danach sollen keine neuen Verträge mehr mit iranischen Auftraggebern unterschrieben werden.