Beate Uhse will Arbeitnehmer aus dem Aufsichtsrat drängen
Bei Europas größtem Erotikartikelhändler Beate Uhse stehen größere Veränderungen im Aufsichtsrat bevor. Der Vorstand des Flensburger Konzerns will die Arbeitnehmervertreter aus dem Kontrollgremium drängen. Noch gehören zwei Vertreter des sechsköpfigen Gremiums dem Lager der Arbeitnehmer an. Der Vorstand unter der Führung von Serge van der Hooft ist der Ansicht, dass der Aufsichtsrat "nicht nach den für ihn maßgebenden gesetzlichen Vorschriften" zusammengesetzt sei. Hintergrund: Das Drittelbeteiligungsgesetz schreibt vor, dass bei einer Betriebsgröße von 500 Mitarbeitern mindestens ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder von der Arbeitnehmerseite gestellt wird. Bei Beate Uhse seien die Voraussetzungen für das Gesetz nicht mehr gegeben. Das Unternehmen beschäftige mittlerweile weniger als 500 Mitarbeiter. Künftig soll der Aufsichtsrat, dem auch der Geschäftsführer des Outdoor-Spezialisten Globetrotter, Andreas Bartmann, angehört, nur noch aus Mitgliedern der Aktionärsseite bestehen. Wenn bis zum 2. März niemand gegen den Vorschlag Widerspruch einlegt, tritt der Vorstandswille automatisch in Kraft. Michael Petersen, Beate-Uhse-Betriebsratschef und von der Neuordnung betroffenes Aufsichtsratsmitglied, könnte das zuständige Gericht anrufen, um sich gegen diese Änderung zu wehren. Ein Beschluss des Betriebsrats dazu ist noch nicht gefasst. Bis zur Hauptversammlung im Sommer behalten die Arbeitnehmervertreter noch ihren Sitz, so eine Konzernsprecherin.