Syrische Kunstwerke als Druckmittel zur Entschädigung von Attentats-Opfern? - DER SPIEGEL
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Syrische Kunstwerke als Druckmittel zur Entschädigung von Attentats-Opfern?

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Kampf der Opfer des Anschlags auf das Berliner "Maison de France" um finanzielle Wiedergut machung belastet das deutsch-syrische Verhältnis. Die Anwälte eines der Opfer haben vor dem Kammergericht Berlin beantragt, zwei goldene Antiken aus dem syrischen National museum in Damaskus, die derzeit in Stuttgart ausgestellt werden, zu beschlagnahmen. Sie wollen damit Druck auf Syrien ausüben, die Opfer zu entschädigen. Im Jahr 2000 hatte das Landgericht Berlin dem Nahoststaat eine Mitschuld für den Bombenanschlag zugesprochen, bei dem 1983 eine Person getötet und 23 verletzt wurden. Der syrische Geheimdienst hatte die Attentäter der "Carlos"-Gruppe unterstützt. Syriens Regierung verweigert jegliches Schuldeingeständnis; jahrelange Gespräche zwischen den Diplomaten beider Länder brachten kein Ergebnis. Im Fall einer Beschlagnahme haben syrische Diplomaten bereits Gegenmaßnahmen angekündigt. Das Auswärtige Amt in Berlin befürchtet, dass darunter deutsche Kulturinstitutionen leiden könnten.