Unternehmer Harald Christ stellt Strafanzeige gegen seinen Ex-PR-Berater Essing - DER SPIEGEL
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Unternehmer Harald Christ stellt Strafanzeige gegen seinen Ex-PR-Berater Essing

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Der Unternehmer und ehemalige Schattenwirtschaftsminister der SPD, Harald Christ, hat gegen seinen früheren PR-Berater Norbert Essing Strafanzeige gestellt.

Christ wirft Essing vor, ihn gegenüber seinem damaligen Arbeitgeber, der Weberbank, sowie gegenüber Journalisten verleumdet und als pädophil bezeichnet zu haben (SPIEGEL 5/2010). Zentrales Beweisstück der Anzeige ist eine Video-Aufzeichnung von einer Tankstelle, die Essing zeigt, wie er am 26. Februar 2008 um 12.15 Uhr ein Fax in einer Autobahnraststätte abschickt. Zeitgleich und mit der identischen Faxkennung ging bei der Weberbank ein Schreiben ein, in dem Christ anonym der Pädophilie beschuldigt wurde. Auf dem Video ist sogar das Schriftbild des Faxes in groben Zügen erkennbar. In der von Ex-Bundesinnenminister Otto Schily formulierten Anzeige erhebt Christ zudem den Vorwurf der Untreue - denn Essing habe damals für die WestLB, also die Muttergesellschaft der Weberbank, gearbeitet.

Des weiteren lautet die Anzeige auf versuchte Erpressung und versuchte Nötigung, da Essing laut Anzeige von Christ weiter mandatiert werden wollte. Essing bestreitet die Vorwürfe. Der PR-Berater hat nach Aussagen verschiedener Journalisten auch ein von der Kanzlei White & Case erstelltes Dossier an Medienvertreter verteilt. Darin wird Christ Spesenmissbrauch vorgeworfen - was der vehement bestreitet. Christ hat daher nun den Verfasser des Dossiers, Nils Clemm, aufgefordert, eine öffentliche Ehrenerklärung abzugeben, wonach die Nachforschungen keine "objektiven Anhaltspunkte für ein vorsätzlich pflichtwidriges Verhalten ergeben" hätten. Zudem fordert er Clemm auf, den ihm durch die Verbreitung des Dossiers entstandenen Schaden zu ersetzen. Christ prüft auch eine Strafanzeige gegen die Juristen. White & Case weist die Anschuldigungen zurück.