DIW-Chef Zimmermann muss Macht abgeben
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) will seinen Chef, Klaus Zimmermann, 57, teilweise entmachten. Das geht aus dem Entwurf einer neuen Institutssatzung hervor, die auf einer Mitgliederversammlung Mitte März beschlossen werden soll. Danach muss Zimmermann wichtige Entscheidungen künftig mit dem designierten Kuratoriumschef abstimmen, dem Ökonomen und früheren Sachverständigenratschef Bert Rürup. Dazu zählen wichtige Personal fragen, die Einberufung von Mitgliederversammlungen sowie alle "Rechtsgeschäfte mit Vorstandsmitgliedern".
Gestärkt werden auch die Kompetenzen von Zimmermanns designiertem Vize, dem DIW-Ökonomen Alexander Kritikos, 44. Auslöser der Entmachtung ist ein kritischer Bericht des Berliner Rechnungshofs, der Zimmermann vorwirft, Steuergelder nicht ordnungsgemäß verwendet zu haben. Die wichtigsten Geldgeber des Instituts, zu denen der Berliner Senat sowie das Bundeswirtschaftsministerium gehören, halten die Vorwürfe jedoch für nicht gravierend genug, um Zimmermann zu feuern. Stattdessen wollen sie nun seine Kompetenzen beschneiden.