Reise-Affäre Westerwelles erfasst Auswärtiges Amt - DER SPIEGEL
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Reise-Affäre Westerwelles erfasst Auswärtiges Amt

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In der Affäre um die umstrittene Reisepraxis von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) gerät jetzt auch ein enger Mitarbeiter des Außenamts-Chefs in die Kritik. Jörg Arntz, derzeit Chef der Arbeitseinheit "06 Koordinierung" in der Leitungsebene des Auswärtigen Amts, gehörte bis vor kurzem noch der Schweizer Firmengruppe Mountain Partners an, deren Gründer Cornelius Boersch wiederholt zum Reisetross Westerwelles zählte. Boersch begleitete den Minister dieses jahr bereits nach China und in den Mittleren Osten.

Bei beiden Reisen war auch Arntz dabei. Zu seinen Aufgaben gehört laut Auswärtigem Amt die Koordinierung der Außenwirtschaftsförderung. Ob der Westerwelle- Mitarbeiter an der umstrittenen Zusammenstellung der Reisegruppen beteiligt war, wollte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes auf SPIEGEL-Anfrage nicht sagen.

Laut Schweizer Handelsregister-Unterlagen fungierte Arntz noch bis zum vergangenen Jahr als Verwaltungsrat in der von Boersch gegründeten Firma Mountain Super Angel AG in der Schweiz. Zuvor war er als persönlicher Assistent des FDP-Chefs tätig und führte zeitweise die Geschäfte des FDP-nahen "Bürgerfonds", der Spenden für die Liberalen sammelt. Arntz' früherer Geschäftspartner Boersch spendete der FDP bislang mehr als 160.000 Euro.

Nach der Bundestagswahl verließ Arntz die von Boersch gegründete Firmengruppe und kam am 29. Oktober 2009 in einflussreicher Position in Westerwelles Ministerium unter. Auf die Frage, was den 34-jährigen Geschäftsmann, der früher unter anderem für eine Glücksspiel-Firma in der Karibik arbeitete, für seine neue Aufgabe qualifiziere, erklärte das Auswärtige Amt: "Herr Arntz war zuvor Mitarbeiter von Dr. Guido Westerwelle. Mit Blick auf die beschriebenen Aufgaben der von Herrn Arntz geleiteten Arbeitseinheit erfolgte die Einstellung allein auf Grund der in dieser Funktion erworbenen fachlichen Qualifikation."