Neue Vorwürfe bei den Regensburger Domspatzen
Im Missbrauchskandal der Regensburger Domspatzen haben sich neue Betroffene zu Wort gemeldet. Demnach soll es noch mindestens bis 1992 zu sexuellen Übergriffen auf Schüler gekommen sein. Bislang waren nur Fälle aus den fünfziger und sechziger Jahren bekannt. Ex-Schüler Thomas Mayer erklärte gegenüber dem SPIEGEL, dass er sexuelle und körperliche Gewalt bis zum Verlassen des Internats 1992 als allgegenwärtig erlebt habe. Er selbst sei im Internat von älteren Schülern vergewaltigt worden, auch in der Wohnung eines Präfekten sei es zu Analverkehr zwischen Schülern gekommen. "Die haben den Druck eines totalitären Systems eben weitergegeben", sagt er. Das Bistum Regensburg wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.
Auch Chorchef und Papstbruder Georg Ratzinger wurde von ehemaligen Domspatzen als "extrem cholerisch und jähzornig" erlebt. So habe Ratzinger noch Ende der achtziger Jahre bei Chorproben erzürnt Stühle in die Männerstimmen hineingeworfen. Einmal habe sich der Domkapellherr so erregt, dass ihm sogar das Gebiss herausgefallen sei. Der 86-jährige Ratzinger wollte sich dazu ebenfalls nicht äußern.