DAK in Finanznöten - DER SPIEGEL
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DAK in Finanznöten

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Deutschlands drittgrößte gesetzliche Krankenkasse, die DAK, hat offenbar größere finanzielle Probleme als bisher angenommen. Wie interne Zahlen aus dem Ersatzkassenverband belegen, wird die Krankenversicherung die monatlichen Zusatzbeiträge ihrer Mitglieder noch in diesem Jahr erhöhen müssen. Derzeit liegen sie bei acht Euro. Die Krankenkassen sind gesetzlich dazu verpflichtet, Rücklagen in Höhe von mindestens 7,5 Tagesausgaben zu bilden. Ohne Zusatzbeiträge von bis zu 15 Euro monatlich wird die DAK, die im vergangenen Jahr ein Defizit von mehr als 200 Millionen Euro verbuchte, diese Vorgabe nicht erfüllen können. Die dünne Finanzdecke der Kasse sorgt auch innerhalb der DAK für Unruhe. In einem internen Schreiben des Hauptpersonalrats beschwert sich das Gremium, dass die Versicherung "in den letzten fünf Jahren eine rapide Verschlechterung der Kennzahlen erfahren hat". Kritik äußerte der Personalrat zudem an den verkrusteten Verwaltungsstrukturen. "Aufgrund komplizierter Arbeitsabläufe, einer mangelnden Technik und unzähligen Schnittstellen ist der Arbeitsaufwand erheblich gestiegen", heißt es in dem Schreiben. Zudem fühlen sich die Beschäftigten noch durch allzu positive Durchhalteparolen im Intranet "veralbert". Einem DAK-Sprecher zufolge gibt es keine Pläne, die Zusatzbeiträge zu erhöhen. "Wir rechnen am Ende des Jahres 2010 mit einem leichten Überschuss", sagte er.