Sudans Präsident Baschir räumt "schreckliche Verbrechen" in Darfur ein - DER SPIEGEL
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Sudans Präsident Baschir räumt "schreckliche Verbrechen" in Darfur ein

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Sudans Präsident Umar al-Baschir hat in einem SPIEGEL-Interview eingeräumt, dass es in der Region Darfur "schreckliche Verbrechen" gegeben habe, doch sei dies überall auf der Welt so, wo bewaffnete Banden sich gegen die Regierung stellten. Er erklärte sich für die Vorgänge in Darfur verantwortlich: Er müsse sich darum kümmern, dass die Gesetze eingehalten werden, und sei "für alles verantwortlich, was bei der Erledigung dieser Aufgabe geschieht". In Darfur haben von der Regierung unterstützte Reitermilizen im Kampf gegen Rebellen rund 300 000 Menschen getötet, Menschenrechtsorganisationen und die US-Regierung sprechen von einem Völkermord. Das seien "haltlose Anschuldigungen", sagte Baschir. Vielmehr habe es sich um eine vom Ausland gesteuerte Verschwörung gehandelt, welche die Rebellen in Darfur politisch, militärisch und finanziell unterstützt habe. Es sei die Pflicht seiner Streitkräfte gewesen, den Rebellen entgegenzutreten. 0bwohl er vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen gesucht werde, unterhalte er zu vielen afrikanischen Staaten beste Beziehungen. Probleme gebe es vor allem mit europäischen Staaten. "Am seltsamsten verhalten sich die Vereinigten Staaten", so Baschir, "die auf der Vollstreckung des Haftbefehls bestehen, den Internationalen Strafgerichtshof aber selbst gar nicht anerkennen." Baschir äußerte sich auch zu dem Vorwurf, er habe bis 1996 den späteren Terroristen Osama Bin Laden beherbergt: Bin Laden sei damals "nicht als Terrorist, sondern als Geschäftsmann" ins Land gekommen. Er habe als Investor den Flughafen von Port Sudan gebaut, finanziert von der saudi-arabischen Regierung. Als Bin Laden schließlich Probleme mit Saudi-Arabien bekommen habe, "wollten wir ihn bei dieser Auseinandersetzung nicht weiter unterstützen". Bin Laden sei daraufhin erneut nach Afghanistan gereist.