Daimler ignorierte Warnungen vor Schmiergeldzahlungen
Im Daimler-Konzern gab es frühzeitig Warnungen vor möglichen Korruptionsfällen. Sie wurden allerdings ingnoriert. Vertriebsmanager sperrten sich gegen eine Kontrolle von Konten, über die offenbar Schmiergeldzahlungen abgewickelt wurden. Das berichtet das Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Das Magazin beruft sich auf die Klageschrift der USA gegen Daimler.
Demnach warnte der ehemalige Chef der internen Revision des Konzerns bereits im Mai 2000, dass ein System sogenannter "Interner Fremdkonten" genutzt werden könnte, um unsaubere Zahlungen im Ausland zu leisten, obwohl dies nach deutschen Recht seit 1999 strafbar war. Es gebe nur eine minimale Übersicht über diese Konten, die auch Barauszahlungen ermöglichten. Daimlers Revisionschef schlug vor, seine Abteilung solle alle "Internen Fremdkonten" kontrollieren, juristisch problematische Zahlungen identifizieren und "so schnell wie möglich abstellen".
Doch die Vertriebsabteilung des Konzerns, klagte der Revisor, war nicht bereit, mehr Transparenz über diese Konten zu gewähren. Ein Jahr später forderte der Chef revisor von Daimler sogar, diese Konten komplett zu schließen. Abermals widersetzte sich ein Vertriebsmanager dem Bericht des SPIEGEL zufolge.