Lufthansa will Vermittler im Tarifstreit mit Piloten einsetzen
In dieser Woche wird sich entscheiden, ob der seit mittlerweile fast einem Jahr schwelende Tarifstreit zwischen der Lufthansa-Spitze und ihren Piloten weiter eskaliert oder doch noch glimpflich endet. Hochrangige Konzermanager plädieren inzwischen dafür, den Konflikt mit Hilfe eines Schlichters zu lösen. Nach demselben Muster hatten Unternehmensführung und die Pilotengewerkschaft Ver einigung Cockpit (VC) bereits 2001 eine ähnlich erbitterte Auseinandersetzung um höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen entschärft. Damals fungierte der FDPPolitiker und frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher als Vermittler. Ob die VC-Vertreter auch dies-mal einem solchen Kompromissvorschlag zustimmen, war Ende vergangener Woche allerdings noch unklar. Sie pochen darauf, dass bei den Verhandlungen auf jeden Fall eine Einigung zum Hauptstreitpunkt erzielt wird, der Schaffung ver gleich barer Einsatzbedingungen bei allen wichtigen Ablegern des Konzerns. Sollten die Cockpit-Funktionäre ein Schlichtungsverfahren ablehnen oder es nur unter massiven Auflagen akzeptieren, will der Vorstand mit aller Härte reagieren. Nach Aussagen von Konzern-Insidern erwägen Lufthansa-Chef Wolfgang Mayr huber und seine Kollegen, dann die sogenannte Geschäftsgrundlage zum Konzerntarifvertrag einseitig zu kündigen (SPIEGEL 8/2010). Sie räumt den Piloten seit 1994 weitgehende Mitspracherechte bei der Geschäftspolitik ein.